Thomas Jung


Was ihn ausmacht und antreibt


Vom Stadelner Jungen zum beliebten Oberbürgermeister

Ein Leben lang Fürther

Aufgewachsen ist Thomas Jung in Stadeln. Dort fand er die ersten Freunde, lernte die ländliche Seite der Stadt bestens kennen und erkannte schnell die Bedeutung einer guten Nachbarschaft bzw. Stadtgemeinschaft. Auch wenn er später aufs Helene-Lange-Gymnasium ging, blieb Thomas Jung dem Nordosten immer treu. Die unterschiedlichen Stationen im Leben unseres Oberbürgermeisters zeichnet er selbst auf dieser Seite im Detail nach und erklärt, welchem Element er von Kindesbeinen auf besonders verbunden ist.

  • Der Mensch
  • Der Politiker

Die ersten Schritte als Stadelner

Ich habe im Nathanstift das Licht der Welt erblickt – genau wie viele andere Fürtherinnen und Fürther meiner Generation stammt die tiefe Verbundenheit mit der Stadt wohl auch daher, dass wir mittendrin geboren wurden. Mein erstes echtes Zuhause wurde dann jedoch die Romminggasse im damals noch ländlich geprägten Stadeln.

In direkter Nachbarschaft zu zwei Bauernhöfen lernte ich eine Geborgenheit und ein Gemeinschaftsgefühl kennen, das ich bis heute mit dieser Ecke Fürths verbinde. Von der Stadelner Grundschule ging es zunächst in die dortige Hauptschule und dann weiter ins Helene-Lange-Gymnasium in der Innenstadt.

Die Gemeinschaft im Vorort

Meine Mutter, die bis heute, im gesegneten Alter von 85 Jahren, eine stolze Fürtherin ist, stammt aus einer alteingesessenen Vacher Bauernfamilie. Anders ist die Geschichte meines Vaters, der als Flüchtling aus Schlesien nach Mittelfranken kam und dort eine Arbeit als Werkzeugmachermeister fand. Er war es auch, der mich schon früh für die Ideale der Gerechtigkeit und Sozialdemokratie begeisterte.

Hinzu kamen weitere Werte wie die Nächstenliebe und der Sinn für das Gemeinwohl, die in meiner Kindheit auch durch evangelische und katholische Jugendgruppen geschärft wurden. Die insgesamt 27 Lebensjahre in Stadeln haben mich geprägt und geformt. Wohl auch deshalb sind mir das Vereinslebens und die Gemeinschaft in den Vororten bis heute Anliegen, die ich zu jedem Zeitpunkt unterstütze.

Thomas – der Enkel, Sohn und Bruder

Meine Großmutter, ein Mensch, der mich gerade in jungen Jahren sehr geprägt hat, wurde glücklicherweise 96 Jahre alt. Rückblickend beeindruckten mich vor allem die Gespräche über ihre Kindheit besonders – also das Leben Jahrzehnte vor meiner Zeit. Bis heute bin ich davon überzeugt, dass wir der älteren Generation immer zuhören sollten und es als Privileg verstehen können, von ihr zu lernen. Während mein Vater 2018 im Alter von 84 Jahren verstorben ist, lebt meine Mutter noch immer im Seniorenheim Burgfarrnbach.

Abgerundet wird meine unmittelbare Familie von meinen beiden Schwestern, die Franken auch treu geblieben sind – sie wohnen in Fürth und in Zirndorf. Sie alle haben mir zu jedem Zeitpunkt im Leben Halt gegeben und einen wichtigen Teil dazu beigetragen, dass ich ein stolzer Enkel, Sohn, Bruder und ein von sozialen Idealen geleiteter Mensch bin.

Das Glück gefunden

Das Jahr 1989 war für mich ein Schicksalsjahr, in dem ich meine große Liebe kennenlernen durfte. Meine Ehefrau Heike, mit der ich nun mehr als 36 Jahre zusammen und 33 Jahre verheiratet bin, hat von Beginn an meine politischen Aktivitäten und den damit einhergehenden hohen Zeit- und Energieaufwand unterstützt – ein echter Glücksfall. Gerade in stressigen Zeiten eine ausgeglichene und so wunderbare Persönlichkeit an meiner Seite zu haben, hat mir immer Kraft gegeben.

Egal wie stürmisch eine Wahl, eine Stadtratssitzung oder eine Bürgerversammlung verlaufen sind, die Liebe meiner Ehefrau war mir sicher – einfach ein gutes Gefühl. Heike vereint in meinen Augen einen gesunden, nüchternen Menschenverstand mit unglaublicher Hilfsbereitschaft.

Die jung(e) Familie wächst

Unsere beiden Söhne Marvin und Micha haben Heike und mich 1992 und 1995 mit ihrer Geburt bereichert. Die Pflichten, die schönen Momente, die Herausforderungen, die Sorgen und die Freuden, die damit einhergehen, zählen zu den wichtigsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Auch wenn beide mittlerweile auf eigenen Beinen und im eigenen Leben stehen, pflegen wir einen engen Kontakt.

Besonders freut es mich, dass ich ihnen nicht nur mit Rat und Tat zur Seite stehen kann, sondern sie mir auch immer dabei helfen, die Wünsche und Hoffnungen der jüngeren Generation im Blick zu behalten.

100 Prozent Fürth

Fürth war, ist und bleibt für immer meine Heimat. Ich konnte es mir auch in jungen Jahren nicht vorstellen, dauerhaft an einen anderen Ort zu ziehen – und das trotz meiner großen Reise- und Entdeckerlust. An unserer Stadt fasziniert mich ihre Überschaubarkeit, ihre vielen unterschiedlichen Naturräume und dass man sich untereinander kennt – eben eine Großstadt mit Nachbarschafts-Flair. Viele kennen sich noch aus der Schule, von Begegnungen auf dem Grafflmarkt oder aus den zahlreichen Vereinen.

Genauso werden auch Zugezogene sehr schnell integriert und so ein Teil der großen Fürther Familie. Diese Beschaulichkeit, gepaart mit der wunderbaren fränkischen Herzlichkeit, finde ich einzigartig und sie fasziniert mich bis heute.

Radeln, Ruhe und einfach mal abtauchen

Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne auf dem Rad unterwegs bin. So komme ich schnell von A nach B und kann im Sattel zudem auch am besten abschalten. Egal, ob ich von Termin zu Termin radle oder mich nach Feierabend auf das Fahrrad schwinge und durchs Knoblauchsland, am Kanal in Richtung Stadtwald oder durch die Stadtteile fahre: Hier erlebe ich Fürth auf eine unvergleichbare Art und Weise. Denn: Selbst nach so langer Zeit in der Stadt gibt es immer wieder Erstaunliches und Neues zu entdecken.

Bei all dem Trubel im Rathaus brauche ich in der Freizeit auch Zeit für mich. Mit einem guten Buch auf dem Sofa hole ich mir Ruhe und beim Tauchen – einem Hobby, das mich seit Jahrzehnten fasziniert – hole ich mir immer wieder einen Adrenalinschub. Die totale Entspannung finde ich in den großzügigen Saunalandschaften des Fürthermare. Egal ob sportlich aktiv oder innehaltend: Kraft für die neue Woche, den Wahlkampf oder eine weitere Legislaturperiode zu tanken, ist mir wichtig – so bleibe ich für Fürth am Ball und gebe auch in den kommenden Jahren alles dafür, dass die Stadt bei mir in guten Händen ist.

Ein Ort der Zuversicht

Ich bin seit 5 Jahren stolzer Opa. Meine Enkelin ist mit ihrer aufgeweckten und neugierigen Art eine tolle Bereicherung für mein Leben. Mit ihr auf Entdeckungstour im Ronhof, auf unseren vielen Spielplätzen im Stadtgebiet oder im Stadtpark zu gehen, ist durch nichts zu ersetzen.

Ich will für sie das sein, was meine Großmutter für mich war: ein warmer, herzlicher und sicherer Ort der Zuversicht. Ich will ihr wichtige Werte und einen Teil meiner Sicht auf die Welt weitergeben, immer für sie da sein und sie auf ihrem Weg durch das Leben in Fürth begleiten.